Kulturgeschichte

Geschichtsdenkmäler

Schiffsförmige Steinsetzung und ein bronzezeitliches Hünengrab bei Klebæk Høje

Der Küste zu Küste-Pfad führt an vielen vorzeitlichen Denkmälern vorbei. Verstreut an den Hügeln des Flusstals liegen einige Hünengräber. Diese Gräber stammen größtenteils aus der Bronzezeit. Bei Bække liegt Klebæk Høje: Es besteht aus zwei bronzezeitlichen Gräbern, die von einer schiffsförmigen Steinsetzung aus der Wikingerzeit umgeben sind. Dicht am Pfad, in Richtung Osten bei Egtved, wurden in einem Hünengrab aus der Bronzezeit die Reste einer jungen Frau mit sehr gut erhaltener Kleidung gefunden: das Egtvedmädchen.

Neben der Steinsetzung bei Klebæk Høje findet man entlang des Pfades auch andere Denkmäler aus der Wikingerzeit. Bei der Kirche von Bække steht ein Runenstein mit einer Inschrift, die sich auf das Jahr 960 datiert. Im Flusstal der Vejle Å hat man die Reste einer Brücke – der Brücke von Ravning – aus dem 10. Jahrhundert gefunden: Sie war 760 Meter lang und führte über das Flusstal der Vejle Å.

Im Flusstal der Vejle Å gibt es auch gut erhaltene Funde aus der Eisenzeit. Troldborg Ring ist die am besten erhaltene Anlage aus dieser Zeit. Die Burg wurde 100-200 n. Chr. gebaut und war bis zum 5. Jahrhundert bewohnt. Im Flusstal wurde ebenfalls eine gut erhaltene Moorleiche aus der Eisenzeit gefunden.

Kirchen

Die Kirche von Janderup

Der Weg führt an vielen sehenswerten Kirchen vorbei, die fast alle aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen und im romanischen Stil erbaut wurden: Unter anderem die Kirchen von Ål, Billum, Janderup, Varde, Bække und Skibet. In den Kirchen von Ål und Skibet sind einzigartige Fresken erhalten.

Man kommt ebenfalls an Kirchen neueren Datums vorbei, zum Beispiel in Hovborg, dessen kreuzförmige Kirche aus dem Jahr 1895 stammt.

Größere Städte

Der Marktplatz in Varde

Varde liegt an einer ehemaligen Furt. Hier kreuzte der Treiberweg die Varde Å und an dieser Stelle konnten Waren einfach über den Bach befördert werden. Größere Schiffe gingen etwas weiter südwestlich bei Janderup vor Anker, von wo aus kleine Kähne den weiteren Transport nach Varde übernahmen. Im Jahr 1442 wurde Varde vom König zur Handelsstadt ernannt, wird jedoch schon seit 1100 erwähnt.

Obwohl Vejle schon 1327 zur Handelsstadt ernannt wurde, war es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eher ein Städtchen. Nachdem ein neuer Hafen angelegt und die Eisenbahn in die Stadt geführt wurde, ging die Entwicklung rasant voran. Heute ist Vejle eine betriebsame Industriestadt.

Die Eisenbahn

Am Handelshaus von Bindeballe stehen der alte Bahnhof aus der Zeit der Vejle-Vandel-Bahn sowie einige alte Zugwagen.

Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die Bahn das wichtigste Transportmittel über Land. Einige der kleineren Städte an der Route haben oder hatten einen Bahnhof, zum Beispiel Oksby, Tofterup und Egtved. Sie können der Bahn einen großen Teil ihres Wachstums verdanken.

Die Strecke des Küste zu Küste-Pfads zwischen Bindeballe und Vejle verläuft entlang eines früheren Bahngleises. Der Bahnbetrieb wurde 1957 eingestellt. Ein Modell der Bahn ist in der Ausstellung bei der Brücke von Ravning zu sehen.

Wasserkraft

Das Wasserkraftwerk von Karlsgårde

Lage des Wasserkraftwerks von Karlsgårde am westlichen Ende des Sees von Karlsgårde.

Wasserkraft war früher eine wichtige Energiequelle, sowohl für die Industrie, die sie direkt nutzte, als auch für die Wasserkraftwerke. Am Küste zu Küste-Pfad sind Zeugnisse von der früheren Nutzung der Wasserkraft zu sehen; ein Wasserkraftwerk bei Varde ist sogar heute noch in Betrieb.

Das Wasserkraftwerk von Karlsgårde ist das zweitgrößte seiner Art in Dänemark und wird von Wasser aus dem See von Karlsgårde gespeist. Über einen 17 Kilometer langen Kanal fließt Wasser der Varde Å und Holme Å in den See. Das Werk soll jedoch im Laufe der kommenden Jahre geschlossen werden. Das Wasser soll im Rahmen einer umfassenden Natursanierung in die beiden Flüsse zurückgeführt werden.

Auch an der Vejle Å wurde die Wasserkraft genutzt. Sowohl bei Vingsted als auch bei Haraldskær standen früher Wasserkraftwerke und im 19. Jahrhundert produzierten an der Vejle Å nicht weniger als 35 Mühlen Strom.